Fränkische Kantorei

25 engagierte Sängerinnen und Sänger aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen singen in der Fränkischen Kantorei. Der Kammerchor studiert unter der Leitung von Ingeborg Schilffarth anspruchsvolle Literatur ein. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen Werke der Alten Musik und der Moderne. Besonders achtstimmige Literatur fordert von allen den vollen Einsatz mit Stimme und Konzentration, denn die verschiedenen Werke sollen stilistisch klar und klanglich unterscheidbar musiziert werden. Belohnt werden Ausdauer und Genauigkeit mit einem überzeugend schlanken und transparenten Klang. Selbst nach einem langen Probentag sind deshalb alle überzeugt: "Singen macht glücklich!"

Nächste Auftritte

zum Nachhören: Radiosendung
Sonntag, 27.09.2020 | 19:30 Uhr
Bayern 2, "Musik für Bayern":
"Jetzt singen sie wieder"
Ein Probenbesuch bei der Fränkischen Kantorei
https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/musik-fuer-bayern/mfb-fraenkische-kantorei-100.html

Konzert
Samstag, 17.10.2020 | 19:30 Uhr
St. Michael Fürth
Heinrich Schütz: Musikalische Exequien
Fränkische Kantorei, Ensemble 1684
Leitung: Ingeborg Schilffarth

Begleitveranstaltung zum Konzert:
Musik im Gespräch: Der Fürst und der Tod
(Einführung und öffentliche Probe)

Samstag, 16.10.2020 | 19:00 - 21:00 Uhr
Gemeindehaus und Kirche St. Michael Fürth
Informationen und Anmeldung unter:
fon 0911 / 745743
fax 0911 / 97797287
info@ebw-fuerth.de
http://www.ebw-fuerth.de

Endlichkeit des Lebens
Sonntag, 18.10.2020 | 10:00 Uhr
St. Michael Fürth
Themengottesdienst zu Workshop und Konzert am 17.10.
Predigt: Hans-Ulrich Pschierer
Fränkische Kantorei
Leitung und Orgel: Ingeborg Schilffarth

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
Sonntag, 22.11.2020 | 09:30 Uhr
Auferstehungskirche Fürth
Chorgottesdienst zum Ewigkeitssonntag
Werke von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach
Fränkische Kantorei
Leitung und Orgel: Ingeborg Schilffarth

Meine Seele erhebt den Herren
Sonntag, 20.12.2020 | 10:00 Uhr
St. Paul Fürth
Chorgottesdienst zum 4. Advent
Werke von J. Brahms, A. Hammerschmidt und J. Pachelbel
Fränkische Kantorei
Leitung und Orgel: Ingeborg Schilffarth

Aktuelles Projekt

Zeichen, Spiele, Botschaften

Das erste Chorkonzert in St. Michael seit dem Lockdown

„….nicht eine Sekunde habe ich während dem Singen an Aerosole gedacht. Es war ein wunderschönes Gefühl, den eigenen Klang der Stimme wieder in einer Kirche zusammen mit anderen Stimmklängen zu hören. Die kamen aus der Ferne von 6 Metern fast schon sphärisch an mein Ohr. Einfach schön!“

Das war das Votum einer Chorsängerin nach der ersten Chorprobe der Fränkischen Kantorei im Juni nach drei Monaten Pause.

Und es war Ermutigung für alle: Auch, wenn es hygienisch aufwändig und sehr anstrengend ist, in kleinster Besetzung und kleinen Einheiten zu proben, war sofort klar: Wir machen weiter. Das für Oktober schon lange geplante Konzert soll nicht ausfallen. Wir werden den Kirchenraum auf neue Art bespielen und zum Klingen bringen, so dass alle Abstandsregeln eingehalten werden. Der Aufwand lohnt sich: Es ist so herrliche Musik, eine, die vom Leben singt, von Dankbarkeit, Freude und der Erfahrung des bewahrt Werdens, obwohl - oder gerade weil - sie als Begräbnismusik aufgeführt wurde. Denn die „musikalischen Exequien“, die Heinrich Schütz 1636 komponierte, waren ein Auftragswerk. Fürst Heinrich Posthumus Reuß zu Gera (†1635) ließ sich bereits zu Lebzeiten seinen Sargdeckel gestalten, mit persönlich festgelegten Choral- und Bibelversen. Reuß beauftragte Heinrich Schütz, zu den ausgewählten Texten eine Begräbnismusik zu komponieren. So sandte er Zeichen und Botschaften in die Welt: Ein kreatives „Memento mori“ und sozusagen das erste „deutsche Requiem“. Die nun bald 400 Jahre alten Klänge treten in Dialog mit Neuer Musik für Violoncello. Es erklingen Teile aus dem Zyklus „Zeichen, Spiele und Botschaften“ von György Kurtág und “…Vöglein schweigen…ruhest du auch?“ - Epitaph für Violoncello solo von Johannes Brinkmann (Uraufführung).

Zu hören ist das Konzert am
- Samstag, 17. Oktober, um 19.30 in St. Michael

Es musizieren:
- Ensemble 1684 (Leipzig), Leitung: Gregor Meyer
- Fränkische Kantorei, Leitung: Ingeborg Schilffarth
- Christoph Heinlein, Violoncello

Neu ist:
- Es gibt keinen festen Eintritt, sondern einen Basispreis (€ 10), der nach individueller Möglichkeit aufgestockt werden kann.
- es gibt ein begrenztes Platzkontingent nach den dann aktuell geltenden Regeln mit Maskenpflicht
- der Zugang ist leider nicht barrierefrei: Um Sicherheit zu gewährleisten, sind die Publikumsplätze ausschließlich auf den Emporen (mit Sicht auf die Künstler*innen)
- Kartenvorverkauf im Pfarramt St. Michael: Dienstag und Freitag von 10.30 - 12.00; Donnerstag von 13 - 15 Uhr
- Abendkasse: ab 18.45

Vorschau
Am Karfreitag 2021 wird die Fränkische Kantorei zusammen mit der Stadtkantorei Fürth die Johannes-Passion (J.S. Bach, BWV 254) aufführen.

Proben

Die Fränkische Kantorei versteht sich als engagierter Laienchor, der aber auch einige Berufsmusiker/innen in seinen Reihen zählt. Einzelne Mitglieder treten als Vokalensemble auch solistisch auf. Gern nimmt der Chor neue Sangesbegeisterte auf, vor allem in den Männerstimmen! Neueinsteiger sind nach Rücksprache mit KMD Ingeborg Schilffarth (Tel. 0911 7467824) herzlich willkommen. Das ambitionierte Programm erfordert von neuen Chormitgliedern allerdings eine gewisse Chorerfahrung, Stimmsicherheit und die Bereitschaft, sich zu Hause auf die Proben vorzubereiten. Die Proben finden in der Regel alle 14 Tage samstags von 13 bis 18 Uhr statt (vor Konzerten Zusatzproben) im Chorsaal des Gemeindehauses St. Michael, Kirchenplatz 7 in Fürth. Dazu kommt einmal jährlich ein Probenwochenende im Herbst. 

Die Fränkische Kantorei singt seit 1996 unter der Leitung von Kirchenmusikdirektorin Ingeborg Schilffarth. Wichtige Elemente in der Arbeit mit dem Chor sind u. a. Stimmbildung (auch Einzelstimmbildung wird angeboten) und ein bewusstes Atmen. Ziel ist, die konzentrierte Arbeit an Klang und Intonation mit einem emotionalen Zugang zur Musik zu verbinden. Daraus resultiert eine abwechslungsreiche und fantasievolle Probenarbeit. Mit Verve und Begeisterungsfähigkeit erschließt die Chorleiterin so dem Ensemble auch komplexe moderne Literatur.

Die Einstellung, die Ingeborg Schilffarth zum Singen hat und weitergeben will, hat der Komponist Arvo Pärt so formuliert: "Lehre deine Seele singen. Jede Seinslage hat ihre Lieder. Mag das Singen dich bei allem, was du tust, begleiten. Habe dieses Singen lieb und hüte es."

Repertoire

Oratorien und Messen
Johann Sebastian Bach: Johannespassion, H-Moll-Messe, Weihnachtsoratorium, Matthäus-Passion
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem; Schicksalslied
Georg Friedrich Händel: Esther
Josef Haydn: Die Schöpfung, Missa brevis di Sancti Joannis de Deo
Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias
Leonard Bernstein: Chichester Psalms
Heinrich Schütz: Musikalische Exequien, Johannes-Passion
Arthur Honegger: Le Roi David
Alessandro Scarlatti: Johannes-Passion
Claudio Monteverdi: Marienvesper 1610

Kleinere Werke und Motetten
Johann Sebastian Bach: Komm, Jesu, komm; Magnificat, Kantate BWV 191; Jesu, meine Freude (BWV 227)
Heinrich Schütz: Herr, auf dich traue ich; Singet dem Herrn; Meine Seele erhebt den Herrn (Deutsches Magnificat); Singet dem Herrn ein neues Lied (Psalm 98); Das ist je gewisslich wahr
Johann Kuhnau: Tristis est anima mea
Salomone di Rossi: Elohim Hashivenu (Ps. 80); Shirhama a'lot (Ps. 128)
Frank Martin: Credo (aus der Messe für 8 Stimmen)
Knut Nystedt: Laudate Dominum
Johann Pachelbel: Der Herr ist König, Singet dem Herrn
Johann Hermann Schein: Unser Leben wäret siebzig Jahr, Das ist mir lieb (Ps. 116)
Vic Nees: De Profundis
V. Miskinis: Cantate Domino
Krystof Penderecki: Exaltabo te (Ps. 30)
Benjamin Britten: Antiphon
Felix Mendelssohn Bartholdy: Laudate Pueri Dominum
Leo Hassler: Dixit Maria
Javier Busto: Magnificat
Max Reger: Unser lieben Frauen Traum (aus op. 138)
Gustav Schreck: Herr, sei mir gnädig; Der Tag nimmt ab
Moritz Hauptmann: Salvum fac regem; Gott ist mein Heil
Francis Poulenc: Quatre motets pour un temps de pénitence (1938/39)
Thomas Tallis: Lamentationes Jeremiae (ca. 1560)

 

Konzertkritiken

Konzert mit dem Ensemble 1684 aus Leipzig

"(...) Eben das ist die Kunst von Schein, Schütz und Rosenmüller (...): die Texte liefern nicht den Vorwand für schöne Melodien und kunstvolle Ausgestaltungen, sie verlangen nach musikalischer Interpretation. Der Komponist stellt sich in den Dienst des Wortes. Das setzt natürlich eine hohe Textverständlichkeit der Interpreten des "Ensemble 1684" voraus, die, unterstützt von der Fränkischen Kantorei, keine Mühe haben, sich über ein überschaubares orchester aus Violinen, Bratschen, Posaunen und angenehm weichen Zinken, sowie Orgel, Laute und Violon zu behaupten. (...) Gregor Meyer und Ingeborg Schilffarth am Dirigentenpult hatten denn auch keine Mühe, diese musikalischen Textinterpretationen höchst transparent und bei aller Zurückhaltung herzergreifend zu einem außerordentlichen Klangerlebnis zu gestalten." (Reinhard Kalb, FN 27.11.2017)

Johannes Brahms: Schicksalslied - Leonard Bernstein: Chichester Psalms

Mit der Mezzosopranistin Solgerd Isalv und Mitgliedern der Nürnberger Symphoniker gelang der Fränkischen Kantorei am 19.11. 2016 unter der Leitung von Ingeborg Schilffarth ein ganz besonderes Konzert. Auf dem Programm standen die "Alt-Rhapsodie" von Brahms und sein "Schicksalslied", dazu die "Kindertotenlieder" von Gustav Mahler sowie der 3. Satz der 1. Symphonie von Leonard Bernstein und seine "Chichester Psalms".

In seiner Kritik für die Fürther Nachrichten bescheinigte Günter Greb dem Chor "höchstes Niveau" und schrieb u.a.: "(...) Kirchenmusikerin Ingeborg Schilffarth präsentierte mit ihrer Fränkischen Kantorei eilnen Chor der in den höchst verschiedenen Genres gleichermaßen überzeugte. Im romantischen "Schicksalslied" von Johannes Brahms auf Verse von Friedrich Höderlin überzeugen exzellente Homogenität und Wohlklang. Jedes Crescendo und Decrescendo erfolgt wie aus einem Guss, von Schilffarth mit forschem Dirigat inspiriert, schöne Spannungsbögen, prächtige Männerstimmen. Völlig andere Herausforderungen warten in Leonard Bernsteins "Chichester Psalms". Jazzige Rhythmen, ständige Taktwechsel, hebräische Originalsprache: Chor und Orchester bleiben beim Meistern auch dieser Schwierigkeitsgrade eine Einheit. (...) Überragend die Impulsivität mit der Ingeborg Schilffarth Solistin, Chor und Orchester zu einer Einheit formt. Begeisterter Beifall für ein Kirchenkonzert, das nicht nur in Fürth Maßstäbe setzte." (Fürther Nachrichten 22.11.2016)

Georg Friedrich Händel: Esther

"Ergreifend gut" urteilte Günter Greb über die szenische Aufführung des Händel-Oratoriums "Esther" unter der Leitung von KMD Ingeborg Schilffarth im Stadttheater: "(...) Was Regisseur Christian Schidlowsky mit der Fränkischen Kantorei erarbeitet hat, geht weit über das hinaus, was üblicherweise ein Opernchor mit einstudierten Gesten und oft pathetischem Gehabe zu bieten hat." In die Inszenierung verwoben war die Uraufführung von drei Orchesterstücken von Johannes Brinkmann. "Furios auffahrende, dann wieder elegisch-intensive Klangreihen, ein krasser Gegensatz zum barocken Klangmuster Händel’scher Prägung und nicht nur Kontrast und Symbiose, sondern aufrüttelnde, verstärkende Ausdrucksform", so der Rezensent. "Zur szenischen Meisterschaft gesellte sich bei den Sängerinnen und Sängern der Fränkischen Kantorei unter KMD Ingeborg Schilffarth musikalische Höchstform — immerhin war das Ensemble in der englischen Originalsprache und meist auswendig singend unterwegs. Grandios der Schlusschor voller Klangvolumen, exakter Koloraturen und rhythmischer Präzision.(...)" Das Fazit dieses Abends: "Ein Meilenstein der Festivalgeschichte."

Heinrich Schütz: Johannes-Passion

Unter der Überschrift "Perfekt musiziert" formuliert Günter Greb von den Fürther Nachrichten annerkennend: "Im Eingangs- und Schlusschoral beeindruckte der Chor mit Klangvolumen und perfekter Homogenität zwischen den einzelnen Stimmgattungen. Präzise Einsätze in den Turbachören, eine bis in feinste Schwingungen lupenreine Intonation, glockenklare Sopranstimmen in den hohen Lagen und die Klangschönheit sind die Markenzeichen dieses Chores." (FN 2.4.2013)

Tränensaat und Freudenernte - Psalmen im Dialog

"(...) Seine (di Rossis) liturgisch anmutenden Stücke sind weniger madrigalesk als die Motetten seiner Zeitgenossen, aber von großer, ruhiger und erhabener Schönheit. Hier zeigte der Fürther Kammerchor seine stimmklare Meisterschaft: Stimmen, die wie Instrumente klingen. Aber nicht nur die an gregorianische Choräle erinnernden Motetten der alten Meister erklangen auf diese leidenschaftliche, aber unaufgeregte Weise, sondern auch die sehr viel schwerer zu singenden zeitgenössischen Kompositionen von Vic Nees, Kurt Thomas, Javier Busto, Knut Nystedt und die in 12-Tontechnik gehaltenen Motetten eines Krzystof Penderecki. - Kein Wunder also, dass es am Ende des über einstündigen Konzerts langanhaltenden Beifall für die "Fränkische Kantorei Fürth" gab." Peter Orzechowski, Frankenpost 27.11.2012

"(...) Unter Schilffarths subtilem Dirigat läuft die Fränkische Kantorei, die an diesem Abend gerade einmal aus 21 Chorsängerinnen und - sängern besteht, zu Hochform auf. Wortverständlich und stimmklar wird eine Reihe von Anverwandlungen vollzogen, mutiert der homogen und kraftvoll klingende Chor bruchlos vom Gregorianik-Ensemble zur Historientruppe mit Barock-Schwerpunkt und zu einer auch schwierigste Aufführungsklippen meisternden Ansammlunge von Musica-Nova-Spezialisten. (...)" Hans von Draminski, Fürther Nachrichten 17.11.2012

"(...) In St. Moriz stellt sich die "Fränkische Kantorei" als hörbar gut geschulter Kammerchor vor. Das 21-köpfige Ensemble präsentiert sich als jederzeit disziplinierter vokaler Klangkörper, der das vielseitige Programm stets stilsicher bewältigt. Von Melchior Vulpius bis Krystof Penderecki, vom Barock bis zur Moderne demonstriert die "Fränkische Kantorei", die gestalterischen Impulse von Ingeborg Schilffarth reaktionsschnell und differenziert in Gestus wie Dynamik in Klang zu verwandeln. (...)" Jochen Berger, InFranken.de 30.10.2012

Eröffnungsgottesdienst der 48. Kirchenmusiktage

"(...) Balsam für die Seele indes waren die Gesänge, mit denen die Fränkische Kantoreiunter der Leitung von Ingebrog Schilffarth den Gottesdienst bereicherte. "Elohim haschivenu" (aus Psalm 80) von Salomone di Rossi (ca. 1570 - ca. 1630) intonierte der Chor glasklar und doch kraftvoll. Das "Ubi caritas et amor" von Maurice Duruflé (1902 - 1986) ließ die Fränkische Kantorei strahlend schön und ergreifend erklingen. Wunderbar mystisch und fast schon himmlisch gelang schließlich dem Frauenchor das "Magnificat" von Javier Busto (Jahrgang 1949) - der Lobgesang der Maria, das leidenschaftlichste und revolutionärste Adventslied, wie [Pfarrer] Eckler es mit den Worten Dietrich Bonhoeffers umschrieb." Marion Reinhardt, Fürther Nachrichten 14.11.2011 

J.S. Bach: Weihnachtsoratorium

"(...) Die Fränkische Kantorei ist, wie am Sonntag in der rappelvollen Altstadtkirche zu hören war, in glänzender Verfassung. (...) Hier sind wirklich 25 Damen und Herren am Werk, kein singendes Frauenhaus, das, bei Laienensembles keine Seltenheit, ein paar mogelnde Tenöre und Bässe mitschleppt. Der gefürchtete Eingangschor zur sechsten Kantate "Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben", schnürt jedenfalls keinem männlichen Mitglied der Fränkischen Kantorei den Hals zu. Zudem folgt der Chor willig dem antiromantischen Konzept seiner Chefin. (...)Schilffarth weiß natürlich um die Lagerfeuer-Sehnsucht ihrer Zuhörer, doch dreht sie nirgends die Regler in allzu mollige, einschläfernde Temperaturen auf. Chorsätze und Arien sind großbögig beschwingt angelegt, tänzerisch swingend ("Fallt mit Danken"), alles klingt frisch, belebt, wie neulich erst uraufgeführt. Mit dem Chor kann sich die Dirigentin auch verblüffend sportliche Tempi leisten ("Ehre sei dir, Gott, gesungen"). Dieses Fürther Weihnachtsoratorium ist auf der Höhe der Zeit, weg von der puristischen Strenge der Historisten früherer Jahre hin zu einem entspannten, runden, zuckerwattefreien Gesamtklang. (...)" Matthias Boll, Fürther Nachrichten, 30.12.2009 

CREDO 

(...) Die Kirche erlebte ein strahlendes Credo aus Monteverdis "Messa a quattro voci da capella" sowie ein fulminantes Glaubensbekenntnis aus Haydns "Missa Sancti Joannis de Deo", bei dem alle Stimmlagen von der Empore aus ihren eigenen exzellenten Klanghöhepunkt auszuformulieren wussten. (...) Die klare Überraschung des Abends war mit Sicherheit die Interpretation des Credo durch Antonin Dvorak. Mit sehr romantischen Zügen, begleitet von einer brillanten Orgelstimme berührte das Herzstück des Credo das Publikum unmittelbar und offenbarend. Die unwahrscheinliche Präsenz und Exaktheit des Vortrags wurde nur noch übertroffen von einer Nachdrücklichkeit und Klarheit, die deutlicher kaum herauszuarbeiten gewesen wäre. (...) 
Christine Stubenvoll, Fürther Nachrichten 12.11.2007

Heinrich Schütz: Musikalische Exequien

"(...) Hier erwies sich die Fränkische Kantorei unter der umsichtigen Leitung von KMD Ingeborg Schilffarth als idealer Interpret dieser fast vierhundert Jahre alten Musik. Schilffarth verstand es, Melodiebögen klangvoll auszugestalten und die Spannung aufrecht zu erhalten. Homogener Chorklang, präzise Textverständlichkeit, sichere Einsätze zeichneten diese Interpretation aus."
Fürther Nachrichten 27.11.2006


J. S. Bach: Markuspassion (rekonstruierte Fassung) 

"Ein erfreuliches Erlebnis und sozusagen „eine sichere Bank" war das Gesangsensemble der Fränkischen Kantorei. Die unaufdringlich elegant, aber stets völlig zielsicher führende Dirigentin kann sich auf diese kleine, aber feine Truppe verlassen." Fürther Nachrichten 10.4.2006


J. S. Bach H-Moll-Messe

"Das Schwierigste ist Ingeborg Schilffarth demnach gelungen; unter ihrem federnd ausschwingenden Dirigat wird die körperliche Gestalt dieses Riesenwerkes sinnlich greifbar. Die über zweistündige Stille in der zum Bersten vollen Michaels-Kirche ist die Stille derer, die spüren: Hier steht etwas auf dem Spiel. (...) Die Fränkische Kantorei nimmt die lapidaren aufwärtsstrebenden Dreiklänge des „Eleison" eben nicht holdselig und vibratoreich. Hier klingt es herb, aschfahl, verdämmernd. Wenn sich die Faktur mit dem „Gloria" ins Strahlende wendet, ist genau dies hörbar. (...)" Matthias Boll, Fürther Nachrichten 19.11.2003

J. S. Bach: Magnificat

"Wunderbar herausgearbeitet waren die unterschiedlichen Stimmungen der kurzen Einzelsätze, die nie in plumpen Kontrast gesetzt wurden, sondern schlüssig die Aussagen des Textes kommentierten. (....) Dass Chor und Orchester die kleinen Überraschungen und Reibungen bewahrten und unaufdringlich deutlich werden ließen, gehörte mit zu den größten Leistungen des Ensembles." Sigrun Arenz, Fürther Nachrichten, 17.12.2002

Ökumenischer Gottesdienst zu den Kirchenmusiktagen 1999

„Den Augenblick anhalten oder wenigstens eine Stopptaste drücken und den Musikfilm noch einmal spielen - bei Frank Martins Kyrie und Gloria aus der horrend schwierigen Messe für zwei vierstimmige Chöre ätte man sich das gewünscht. Dieser in aberwitzigen Harmonien schillernden Musik, Baujahr 1922, mit ihrer mysthischen Ruhe derart ausgereift auf den Grund zu gehen ist eine Leistung, die deutlich über dem Choristen-Dienst nach Noten-Vorschrift herausragt." Fürther Nachrichten 19.10.1999 

Wiedergabe der Kritiken mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.

Hörbeispiele

Die folgenden Hörbeispiele sind Livemitschnitte aus verschiedenen Konzerten der Fränkischen Kantorei zwischen 2016 und 2018, aus urheberrechtlichen Gründen nur als kurzer Ausschnitt. 

 

Geschichte

Gründung in Bayreuth

Im September 1954 trifft sich die Fränkische Kantorei zu ihrer ersten Probe. Das Ziel des Gründers, Ewald Weiss, der Lehrer an der Kirchenmusikschule in Bayreuth ist: Im Rahmen der Kirchenmusik auf hohem Niveau a capella-Literatur zu erarbeiten, damals ein Novum in der bayerischen Landeskirche. Ein weiterer Aspekt: Die Partnerschaft mit der Mecklenburgischen Landeskirche zu pflegen. Die bevorzugte Literatur sind Werke der Alten Meister wie H. Schütz, J.H. Schein, L. Lechner und der Komponisten des 20. Jahrhunderts wie H. Distler, S. Reda, E. Weiss etc.

1965 übernimmt Rudolf G. Weiss (Foto), Sohn von Ewald Weiss, die Leitung des Chores. Rudolf Weiss ist Kantor an St. Michael in Fürth. Dadurch erhält der Chor eine neue Probenheimat und neue Aufgaben: aus einem reinen a capella-Ensemble wird ein Chor, der im Verbund mit der Kantorei St. Michael auch Oratorien musiziert. Die Mitwirkung an den bis heute stattfindenden Fürther Kirchenmusiktagen wird zur Regel. Die regelmäßig aufgeführten Werke sind: J. S. Bach: Weihnachtsoratorium und Johannespassion, J. Haydn: Die Schöpfung, J. Brahms: Ein deutsches Requiem. Dazu kommen - damals ungewöhnlich - die Motetten der Romantik. Die Alten und Neuen Meister werden weiter gepflegt. 1991 geht Rudolf Weiss in den Ruhestand und gibt die Chorleitung ab.

Von 1992 bis 1995 leitet der Neuseeländer Bruce Cash als Kantor von St. Michael den Chor. Seine Vorliebe für englische Musik schlägt sich nieder in einem Konzert mit englischen Komponisten und in der Aufführung von Händels "Messias". Nach seinem Weggang ist die Kantorenstelle fast 12 Monate vakant, der Chor zerfällt.

Neubeginn

1996 übernimmt Ingeborg Schilffarth (Foto) die Stelle an St. Michael. Die kirchenmusikalische Arbeit in Fürth wird neu strukturiert: Den drei hauptamtlichen Kantorinnen werden bestimmte Arbeitsschwerpunkte zugeordnet:  Künstlerische Arbeit/Orgelspiel -Auferstehungskirche, Kinderchorleitung und Kirchenmusikpädagogik - St. Paul, künstlerische Arbeit/Erwachsenenchorleitung - St. Michael. Damit fällt auch die Leitung der Fränkischen Kantorei Ingeborg Schilffarth zu. Nach zögerlichen Neuanfang gelingt es, den Chor wieder zu beleben. Die ersten Konzerte sind im November 1996 bei den Fürther Kirchenmusiktagen (Werke von Fanny Hensel und Frieda Fronmüller) und im März 1997 die "Johannespassion" von J. S. Bach. Die Fränkische Kantorei entwickelt sich Schritt für Schritt wieder zu einem leistungsfähigen Chor. 

Im Jahr 2000 erhalten die Chöre von Ingeborg Schilffarth im neu umgebauten Gemeindehaus von St. Michael einen eigenen Probenraum, den Chorsaal, einschließlich Bibiothek, was die Probenarbeit sehr erleichtert. Teilnahme an den "Tagen für alte Musik" in Dießen am Ammersee mit Bachs "Magnificat" und der "Kantate 191" im Juni 2003. Im November 2003 musiziert der Chor erstmals in seiner Geschichte die h-Moll-Messe von J. S. Bach als Abschlusskonzert der 40. Fürther Kirchenmusiktage.1996 übernimmt Ingeborg Schilffarth (Foto) die Stelle an St. Michael. Die kirchenmusikalische Arbeit in Fürth wird neu strukturiert: Den drei hauptamtlichen Kantorinnen werden bestimmte Arbeitsschwerpunkte zugeordnet:  Künstlerische Arbeit/Orgelspiel -Auferstehungskirche, Kinderchorleitung und Kirchenmusikpädagogik - St. Paul, künstlerische Arbeit/Erwachsenenchorleitung - St. Michael. Damit fällt auch die Leitung der Fränkischen Kantorei Ingeborg Schilffarth zu. Nach zögerlichen Neuanfang gelingt es, den Chor wieder zu beleben. Die ersten Konzerte sind im November 1996 bei den Fürther Kirchenmusiktagen (Werke von Fanny Hensel und Frieda Fronmüller) und im März 1997 die "Johannespassion" von J. S. Bach. Die Fränkische Kantorei entwickelt sich Schritt für Schritt wieder zu einem leistungsfähigen Chor.

Ausbau des Repertoires

"Verwundet ist die Welt"- unter diesem Titel steht das Konzert zum 60. Jahrestag des Kriegsendes am 30.4.2005 in St. Michael mit Werken von H. Schütz, J. H. Schein und J. Staden. Im April 2006 präsentiert der Chor die "Markuspassion" von J. S. (rekonstruierte Fassung Hellmann/Schilffarth). Im November 2006 erklingen die "Musikalischen Exequien" von H. Schütz. Die Männerstimmen der Fränkischen Kantorei verstärken den Deutschen Kammerchor bei der Aufführung von Arnold Schönbergs "Ein Überlebender aus Warschau" (op. 46) bei einem Konzert zum 1000jährigen Stadtjubiläum im Januar 2007. Im Rahmen der Kirchenmusiktage 2007 erklingt ein Programm mit Credo-Vertonungen von Monteverdi, Haydn, Dvorak und Frank Martin (Orgel: Andreas König). Mit einem A-cappella-Programm verschiedener Psalmvertonungen gastiert die Fränkische Kantorei unter der Leitung von Ingeborg Schilffarth im Mai 2008 bei einer Konzertreise in Braunschweig und Hamburg. Bei den Kirchenmusiktagen im November 2008 konzertiert die Fränkische Kantorei erstmals gemeinsam mit Contratenor Andreas Pehl mit Leonard Bernsteins "Chichester Psalms".  Arthur Honeggers symphonischer Psalm "Le Roi David" wird im Mai 2009 gemeinsam mit dem Chor der Hochschule für evangelische Kirchenmusik und den Hofer Symphonikern unter der Leitung von Prof. Karl Rathgeber in Bayreuth aufgeführt. In Kooperation mit dem Stadttheater Fürth wird im Oktober 2009  im Kulturforum Fürth eine getanzte Version unter der Gesamtleitung von Ingeborg Schilffarth präsentiert.

Am 15. Mai 2010 gastiert der Chor mit großem Erfolg beim Deutschen Ökumenischen Kirchentag in der Klosterkirche St. Anna in München mit einem A-cappella-Programm. Claudio Monteverdis "Marienvesper" erklingt im Rahmen der Kirchenmusiktage 2010. Gemeinsam mit der Stadtkantorei wird Bachs "Weihnachtsoratorium" in sechs Kantatengottesdiensten in verschiedenen Fürther Kirchen an den Weihnachtsfeiertagen aufgeführt.

Im Herbst 2012 gibt es mit dem A-cappella-Programm "Tränensaat und Freudenernte" eine kleine Bayern-Tournee. Neben dem Konzert in Fürth gastiert der Chor in Neuburg an der Donau, Coburg, Weißenburg, Nürnberg und Kulmbach.

Mit einer szenischen Aufführung des Händel-Oratoriums "Esther" begibt sich der Chor zu den Kirchenmusiktagen im Oktober 2013 im doppelten Sinn auf Neuland: Erstmals steht er auf der Bühne des Fürther Stadttheaters und erstmals wagt er sich unter der Anleitung von Theater-Regisseur Christian Schidlowsky an eine szenische Umsetzung. Musikalisch besonders ist die Verschränkung von Händels Barockmusik mit der Uraufführung von drei Orchesterstücken des Fürther Komponisten Johannes Brinkmann durch das "Ensemble Kontraste".

In Kooperation mit dem Kammerchor Sonorité aus Forchheim führt die Fränkische Kantorei 2015 erstmals die Matthäus-Passion von J.S. Bach auf, einmal in der Katholischen Kirche in Ebermannstadt, einmal in St. Michael in Fürth, musikalisch begleitet von der "Neuen Rathsmusik Nürnberg" und der Leitung von Stefanie Sperl und Ingeborg Schilffarth.

Zu den 53. Fürther Kirchenmusiktagen 2016 gestaltet Ingeborg Schilffarth ein Konzert unter der Überschrift "Poesie-Psalm-Paraphrase". Friedrich Rückerts Kindertotenlieder, vertont von Gustav Mahler präsentiert die Altistin Solgerd Isalv, die Fränkische Kantorei steuert das "Schicksalslied" von Johannes Brahms und die "Chichester Psalms" von Leonard Bernstein bei, begleitet von Mitgliedern der Staatsphilharmonie Nürnberg.

2017 konzertiert die Fränkische Kantorei gemeinsam mit dem Ensemble 1684 aus Leipzig in St. Michael - ein vielfarbiges Programm, das vor allem Werke des kaum bekannten Komponisten Johannes Rosenmüller vorstellt. Daneben gibt es 2017/18 wieder eine kleine Bayern-Tournee mit einem A-cappella-Programm das Werke von Kantoren der Leipziger Thomaskirche präsentiert. Das Erzählkonzert ist in Heilsbronn, Oberasbach, Hemhofen, Regensburg und Weißenburg zu hören. Am 3.6.2018 wird vom ZDF ein Fernsehgottesdienst unter dem Titel "Weckruf zur Freiheit" ausgestrahlt, in dem die Fränkische Kantorei den ersten Satz der "Chichester Psalms" singt. Dieses Werk erklingt noch einmal in einem Konzert zum 200. Stadterhebungsjubiläum Fürths, das Werke von Leonard Bernstein und B.A. Zimmermann in den Mittelpunkt stellt - wieder mit Solgerd Isalv und Mitgliedern der Staatsphilharmonie Nürnberg. Das Konzert wird von BR Klassik mitgeschnitten und am 4.12.2018 gesendet.